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Eismeister Zaugg

Die interessantesten Spieler der National League 2025/26 – Rang 30 – 21

Eismeister Zaugg

Das sind die auffälligsten Spieler der Liga – Rang 30 bis 21

Welcher Eishockey-Spieler hat in der National League in dieser Saison bisher die meisten Spuren hinterlassen? Wer könnte dies besser wissen als einer der grössten Eishockey-Experten und mehrfacher «Sportjournalist des Jahres» Klaus Zaugg? Eben. Darum hier seine Liste.
31.12.2025, 09:5631.12.2025, 09:56

Wer sind die Besten? Diese Frage ist nie zu beantworten. Auch nicht durch die Statistik. Diese Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar unumstössliche Wahrheit. Sie ist vielmehr eine Einladung zur Diskussion, zum Widerspruch. Denn genau davon lebt ja das Eishockey als wichtiger Teil unserer Unterhaltungs- und Erregungs-Industrie: von Emotionen, Meinungen, Polemik – und von Spielern, die mehr sind als blosse Namen in den Statistiken.

Diese Saison sind bisher 404 Feldspieler und 31 Torhüter eingesetzt worden. Aufmerksamkeit ist da eine knappe Ressource. Jede Partie, jede Linie, jede Rolle bringt neue Geschichten hervor – grosse und kleine, laute und leise. Aus dieser Fülle eine Top-50-Liste zu erstellen, bedeutet deshalb nicht, die objektiv «besten» Spieler zu küren, sondern ein paar hervorzuheben, die auffallen, überraschen, prägen oder alle Erwartungen übertroffen und ein Maximum aus ihren Möglichkeiten gemacht haben. Und Spuren und Erinnerungen hinterlassen.

30 Willy Riedi 🇨🇭

Stürmer (27), Zürich

Lieber ein Rollenspieler in als ein König ausserhalb von Zürich.

Ein kräftiger, schneller Viertlinienfräser oder vielleicht doch ein Powerflügel für die ersten beiden Linien mit dem Potenzial zum Team-Topskorer? Eine Antwort auf diese Frage werden wir während seiner Zeit bei den ZSC Lions bis 2029 kaum finden. Diese Mannschaft ist so gut besetzt, dass er nicht dazu kommt, offensiv eine der ersten Geigen zu spielen. Trotzdem ist er drauf und dran, erstmals in einer Saison mehr als 10 Tore und 20 Punkte beizusteuern. Und Romantiker sagen, er könnte es sogar bis ins WM-Team schaffen (bisher erst 8 Operetten-Länderspiele). Realisten mahnen, eine Prise Tempo fehle für eine Berufung ins WM-Team.

29 Ramon Tanner 🇨🇭

Stürmer (26), Lugano

Wenn Beharrlichkeit reich belohnt wird.

Definitiv ein Fall für Hockey-Romantiker. Nach mehr als 250 Partien und knapp 40 Punkten in 7 Jahren stand er im letzten Sommer vor dem Ende seiner NL-Karriere. Biel wollte ihn nicht mehr. Zu klein (171 cm) und zu wenig produktiv und zudem mit 26 Jahren zu alt, um noch als entwicklungsfähiges Talent zu gelten. Aufgeben, wie es wohl 99 von 100 Spieler in seiner Lage getan hätten? Nein. Er hat sich im Probetraining bei Lugano angedient und am 1. Oktober hat Luganos Sportchef die Probezeit in einen Vertrag bis Ende Saison umgewandelt. Im milden, freundlichen Leistungsklima unter Palmen ist Ramon Tanners Talent aufgeblüht und Anfang Dezember ist das Arbeitsverhältnis nach 26 Partien vorzeitig gleich bis 2028 verlängert worden. Nun ist er auf dem Weg, seine bisherige Bestmarke (10 Skorerpunkte) zu übertreffen.

28 Mike Künzle 🇨🇭

Stürmer (32), Zug

Timing ist wichtig – beim Torschuss und bei der Karriere-Planung.

Er war auch schon produktiver als diese Saison und so gesehen wäre eine Aufnahme in die Top 50 nicht zwingend. Aber der durchschlagskräftige Powerflügel mit der NHL-Postur (193 cm) steht auch für geschicktes Timing, das ihm auch ohne eine Berufung ins WM-Team und ohne silbernen WM-Ruhm eine schöne Karriere und Wohlstand beschert. Von Zürich zum richtigen Zeitpunkt zu einem nach Ruhm und Titel strebenden Biel (2018), dann rechtzeitig weiter nach Zug, das mit ein paar transfertechnischen Handgriffen sein Meisterteam zu erneuern versucht (2024). Grosse, kräftige Stürmer, die mehr als zehn Tore erzielen können, finden immer einen Arbeitgeber. Mike Künzles Vertrag lief Ende dieser Saison aus, Sportchef Reto Kläy kündigte Erneuerung an und Pessimisten sahen keine Zukunft für den alternden, ruppigen Flügel, der sich zuletzt vermehrt Spielsperren und Bussen eingehandelt hatte. Und siehe da: Er hat selbst, ohne einen Agenten, eine Verlängerung ohne Lohneinbusse bis 2028 ausgehandelt und gehen muss Fabrice Herzog.

27 Zach Sanford 🇺🇸

Stürmer (31), Lugano

Der beste langsame Stürmer der Liga.

Die Referenzen waren formidabel: ein kräftiger, furchtloser Titan mit viel Wasserverdrängung (193 cm) und den Lorbeeren eines Stanley Cups (2019 St. Louis). Aber die Skepsis war noch grösser. Er ist zwar ein Bandentraktor der oberen Hubraumklasse fürs spielerisch Grobe. Aber er kann nicht übers Eis fliegen – und das ist doch eigentlich die Voraussetzung, um in unserem Tempo- und Laufhockey mithalten zu können. Oder doch nicht? Nun zeigt sich: Er ist der beste langsame Stürmer der Liga. Der Amerikaner hat sich als Rolex des internationalen Transferwühltischs entpuppt. Bereits Anfang Dezember hat Janick Steinmann den Vertrag nach nur 28 Partien gleich bis 2028 verlängert.

Hockey haut dich um!
Auch in dieser Saison können die Schweizer Eishockeyfans ausgewählte Spiele im Free-TV mitverfolgen.

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26 Jonah Neuenschwander 🇨🇭

Stürmer (17), Biel

So viel Talent, dass der Himmel die Limite ist.

Spätestens seit er letzte Saison am 26. November 2024 im Alter von 15 Jahren, 8 Monaten und 17 Tagen mit Biel gegen Lausanne im Profihockey debütierte, gilt er als Jahrhunderttalent. Die Bestätigung dieser Einschätzung ist eine grosse Herausforderung, die er im Herbst 2025 mit mehr als 15 Partien bis zur Spengler-Cup-Pause gemeistert hat. Bereits als Teenager hat er eine NHL-Postur (191 cm, über 80 kg) und die Fähigkeit, das Spiel im Voraus zu lesen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. 2027 wird er ein Thema für den NHL-Draft. Ob er eine grosse Karriere machen wird, ist nicht eine Frage des Talentes, sondern der sorgfältigen Karriere-Planung und Betreuung. Bei so viel Talent gilt: Die Limite ist der NHL-Himmel.

25 Calvin Thürkauf 🇨🇭🇨🇦

Stürmer (28), Lugano

Lieber König unter Palmen als Mitläufer in Amerika.

Er ist und bleibt Luganos wichtigster Schweizer Stürmer seit Jörg Eberle, dem Leitwolf des meisterlichen Grande Lugano der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Lahmt er wie letzte Saison nach einer Knieverletzung (sein Pensum reduzierte sich auf 36 Qualifikationsspiele), dann stolpert Lugano. Nun spielt er bei Luganos Renaissance als Captain und Leitwolf eine zentrale Rolle. Die Chancen auf eine NHL-Karriere sind inzwischen eher theoretischer Natur. Also hat er sich dazu entschieden, Captain in Lugano zu bleiben, wo ihm ein Vertrag bis 2029 ein ordentliches Auskommen sichert. Lieber ein charismatischer Captain in Lugano und König unter Palmen als ein Mitläufer in der NHL.

24 Santtu Kinnunen 🇫🇮

Verteidiger (26), Langnau

Vom Ersatzmann in Zürich zum Hauptdarsteller im Emmental.

Als Langnaus Sportchef den finnischen Verteidiger bereits im Dezember 2024 für die Saison 2025/26 verpflichtet, geht ein Murren durchs Emmental: Warum so früh einen «Dutzend-Ausländer» unter Vertrag nehmen? Die ZSC Lions hatten ihn als siebten Ausländer engagiert und er beendete dann die Saison auch in dieser Rolle. Wie sollte einer, der in Zürich nicht regelmässig zum Einsatz kommt, in Langnau mindestens Vize-Verteidigungsminister sein können? Der Pessimismus war ein Irrtum. Ein zweiter Vili Saarijärvi (zu Servette) ist er zwar nicht, erweist sich aber als erstaunlich produktiv, ist zeitweise Langnaus punktbester Verteidiger und bekommt bereits im November eine Vertragsverlängerung um ein Jahr. Er spielt in Langnau sein bestes Eishockey und ist auf bestem Weg, seine bisherige Bestleistung im Profihockey (27 Punkte) zu übertreffen, und dürfte der Ausländer mit dem besten Preis/Leistungs-Verhältnis der Liga sein.

23 Dominic Lammer 🇨🇭

Stürmer (33), Rapperswil-Jona

Schnelle Schillerfalter altern weniger schnell.

Bewunderer bezeichnen ihn als «Marco Lehmann des armen Mannes». Tatsächlich ist er ein eleganter, kreativer und technisch kompletter Zauberer, der in jedem Spiel unverhofft für ein spielerisches Highlight sorgen kann. Der Romantiker denkt: Eigentlich müsste er so gut sein wie Marco Lehmann. Das war er als Junior. Aber ein Zauberflügel ist er im Erwachsenenhockey nicht geworden und Kritiker monieren, eigentlich sei er bis heute ein unerfülltes Versprechen geblieben. Mehr als 12 Tore oder 24 Punkte sind ihm noch nie gelungen. Aber der freundliche Musterprofi liefert im Herbst seiner Karriere (im Oktober ist er 33 geworden) den Beweis, dass leichte, schlaue und flinke Stürmer nicht nur den Gegenspielern, sondern auch dem Alterungsprozess davonzulaufen vermögen: Im goldenen Herbst der Lakers gehört er zu den Hauptdarstellern. Mit ein wenig Beistand der Hockeygötter – den er sich eigentlich redlich verdient hat – müsste er diese Saison seine bisherige Bestmarke (13 Tore) noch vor der Olympiapause übertreffen.

22 Dominic Zwerger 🇦🇹 (🇨🇭-Lizenz)

Stürmer (29), Ambri-Piotta

Die Kunst, die Tore bringt – und einen Vierjahresvertrag.

Ein wundersames Comeback und eine weihnachtliche Transfergeschichte: Mit 14 Punkten war er letzte Saison nur noch ein Schillerfalter mit lahmen Flügeln. Aber bei der WM flog er im letzten Frühjahr – also auf höchstem Weltniveau – so wunderbar übers Eis, wie einst Jesus übers Wasser schritt, und war der offensive Leitwolf (7 Punkte in 8 Spielen) in Österreichs bestem WM-Team seit Menschengedenken. Weltklasse! Der Aufwärtstrend hält seither an und er ist in Ambri in schwierigen Zeiten wieder ein offensiver Leitwolf im Ehrengewand des Topskorers geworden – und hat bei den treuen Fans trotzdem eine Depression verursacht: Nach neun Jahren wird er am Ende der Saison Ambri verlassen und nach Biel zügeln. Dort wird der sensible Schillerfalter in einer familiären Atmosphäre mit einer guten Balance zwischen Hierarchie und Harmonie die nächsten vier Jahre seine Flügel in schillerndsten Farben ausbreiten.

21 Gaëtan Haas 🇨🇭

Stürmer (33), Biel

Gaëtan Haas gut, alles gut.

Sage mir, wie es Gaëtan Haas geht, und ich sage dir, wie es um Biel steht. Im Erneuerungsprozess des Finalisten von 2023 spielt er auf und neben dem Eis eine Schlüsselrolle und ist emotional Biels MVP. Am 5. Oktober 2024 hatte er in Langnau durch einen Ellenbogencheck von Dario Allenspach eine Gehirnerschütterung eingefangen, die ihn praktisch die ganze letzte Saison kosten sollte, und zeitweise stand sogar seine Karriere auf dem Spiel. Biels Schicksal wäre in der vergangenen Spielzeit mit einem gesunden Gaëtan Haas ein anderes gewesen (sogar Play-In verpasst). Nun ist er zurück auf dem Eis und wieder einer der grossen Leitwölfe der Liga. Es ist durchaus möglich, dass er nahe an seine persönliche Bestmarke (41 Punkte 2017/18 mit Bern) herankommen wird.

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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And1
31.12.2025 11:18registriert Februar 2018
Da scheint sich jemand ganz genau mit Biel befasst zu haben. Bereits 5 von 30 der aufgelisteten Spieler kommen vom aktuell 11. Platzierten der NL.
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Thomas_54
31.12.2025 10:23registriert November 2015
Noch 20 Plätze und es verbleiben noch Spieler wie Stransky, Zadina, Sörensen, Brännström, Granlund, Corvi, Frick, Ryfors, Berra, Schmid, Kapla, Rochette und De La Rose alleine von den Top4 Teams - wird langsam eng.
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Pacha Mama
31.12.2025 11:45registriert Dezember 2018
Die Liste heisst auffälligste Spieler der Liga und auf Platz 29 kommt einer, den wahrscheinlich nicht mal alle Lugano Fans kennen…🙄
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